»Es ist immer gut, Träume zu haben und es ist nie falsch, daran zu glauben.«
Singer-Songwriterinnen Jule & Nuri im Interview über gute Entscheidungen und große Träume.
Interview und Fotos Florian Saeling
Interview und Fotos Florian Saeling
Was ist für euch eine gute Entscheidung?
NURI: Eine gute Entscheidung ist, wenn es sich gut anfühlt.
JULE: Ja, manchmal ist es wirklich das Bauchgefühl, das einem die richtige Richtung zeigt.
NURI: Für mich ist es manchmal nicht einfach, eine Entscheidung zu treffen, weil ich so viel nachdenke. Da ist Jule ein bisschen klarer. Aber deshalb ist es super, dass wir uns immer gegenseitig unsere Meinungen oder auch unsere Bedenken offen sagen können.
JULE: Eine gute Entscheidung ist auch nicht immer eine leichte Entscheidung. Manchmal bringt sie ein großes Risiko mit sich, aber wenn ich für mich weiß, dass alles andere nicht zu 100% das ist, was sich gerade richtig anfühlt, dann muss man sich einfach trauen. Und manchmal weiß man auch direkt so: Okay, da will mein Herz hin. Da gehe ich mit.
Gerade als Musikerinnen müsst ihr oft die für euch richtigen Wege ausloten und Entscheidungen treffen. Was habt ihr dabei über euch selbst gelernt?
NURI: Bei uns selbst zu bleiben. Weil es gibt immer Leute, die dich in eine bestimmte Richtung drängen wollen, aber das bringt dir im Endeffekt gar nichts.
JULE: Das war auf jeden Fall etwas, was wir über die letzte Zeit gelernt haben oder lernen mussten: Auch mal einer Autoritätsperson zu sagen „Super cool, aber wir sehen das ganz anders“ oder „Wir fühlen das anders“. Damit haben wir uns viel auseinandergesetzt: Was
ist cool für uns und was nicht? Und das dann auch genau so zu kommunizieren. Es ist in dieser Branche ganz wichtig, dass man es schafft, bei sich selbst zu bleiben. Aber das ist auch total schwer.
Voll gut, dass ihr das gelernt habt, so für euch einzustehen und immer wieder abzuchecken: Was wollt ihr und was wollt ihr gemeinsam? Wo soll es lang gehen und euch dazu Inspirationen und Tipps von außen zu holen. Leonard Conrads hat das gestern so ähnlich gesagt: „Es ist nicht der gängige Weg. Aber es ist mein Weg.“
JULE: Total und ich glaube, jeder, der in dieser Branche unterwegs ist, erlebt das auch. Weil das ist immer so wichtig, dass man es schafft, bei sich selber zu bleiben. Aber das ist ja total schwer. Ich glaube, jeder Künstler oder Künstlerin erlebt das irgendwann einmal, dass man sich diese Frage stellen muss: Ist das jetzt wirklich das, was ich auch unterstütze oder würde ich das jetzt nur machen, weil die anderen mir sagen „Ich habe ganz viel Erfahrung und ich weiß, dass das funktionieren würde“? Das ist auch manchmal nicht leicht.
Das Ding ist, keiner weiß ja, wie euer Weg geht. Deshalb ist es so wichtig, dass ihr das so macht wie ihr es macht und gut in euch reinhört, was sich richtig anfühlt.
JULE: Ganz genau.
Ihr habt sicherlich große Träume, was in Zukunft passieren kann. Was ist in die Zukunft gedacht aktuell das Größte, was ihr euch vorstellen könnt?
JULE: Ich habe da letztens nochmal drüber nachgedacht. Also was für mich wirklich ein Traum wäre, ist, dass wir irgendwann auf Tour gehen. Ganz egal, wie groß diese Tour ist oder wie viele Menschen kommen. Aber dass die Menschen, die kommen wirklich für unsere Musik da sind und unsere Songs mitsingen, das würde mich ganz, ganz doll berühren. Das ist zurzeit ja ein ganz großer Traum von mir.
Und jetzt mal so ein paar Jahre weitergedacht, vielleicht fünf, und ihr blickt zurück: Was möchtet ihr dann erreicht oder erlebt haben?
NURI: Ich glaube, einfach ganz viele weitere Erfahrungen machen, die uns weiterbringen und immer weiterentwickeln. Und natürlich Musik machen, auf Bühnen spielen, auf Festivals spielen und das irgendwie auch alles mitnehmen können. Also dass wir, wenn wir auf die Zeit zurückblicken, sagen können: Wir haben jede Chance genutzt, alles probiert, alles einmal versucht und niemals aufgegeben.
Worauf möchtet ihr mal stolz sein?
JULE: Darauf, dass wir wirklich bei uns geblieben sind und Entscheidungen getroffen haben, auch wenn sie schwer waren. Dass wir gesagt haben, wir machen das trotzdem, weil sich das richtig anfühlt für uns. Dass wir wirklich alles Mögliche mitnehmen und miterleben konnten und dass wir dann am Ende dastehen und sagen können: Wir haben alles irgendwie genutzt und das Leben so gut es geht gelebt, auch wenn mal etwas schief geht.
NURI: Du hast mir gerade alle Worte geklaut. Ich denke auch, dass wir stolz sein können, wenn wir zurückblicken und sehen: Wir haben alles versucht.
Träume scheinen immer so weit weg, aber man hat eben nur dieses eine Leben und umso stolzer kann man darauf sein, wenn man es dann wirklich geschafft hat und immer daran festgehalten hat.
Was gebt ihr anderen jungen Menschen mit auf den Weg?
JULE: Es ist immer gut, Träume zu haben und es ist nie falsch, daran zu glauben und irgendwie zu versuchen, diesen Traum zu erreichen. Wir haben es selbst erlebt: Dein Song war, als wir klein waren, ein riesiger Traum von uns. Und selbst, wenn es dreimal nicht funktioniert, das ist völlig in Ordnung. Aber wenn man dranbleibt, dann kann es funktionieren. Das darf man nicht vergessen!
NURI: Auch, wenn andere Leute sagen „Ey, mach das mal lieber nicht“, es ist dein Leben und du kannst alles machen. Du kannst wirklich alles machen und es könnte ja auch alles klappen. Deswegen: Go for it! Versuch es zumindest.
Gespräch anhören:
