»Für die Leute sind wir immer Marcus & Martinus.«

Wir fragen Marcus & Martinus, wie sie sich gegenseitig beeinflussen und wie sie heute auf ihre Jugend als Teenager-Stars zurückschauen.

Interview Johanna Winter 
Foto Max Saeling 

Interview Johanna Winter Foto Max Saeling 

Ich würde gern ein bisschen mehr über eure Geschwisterbeziehung reden, wie ihr zusammenarbeitet und ob ihr euch gegenseitig beeinflusst – oder eben nicht.
MARCUS: Oder nicht. Genau.

Wenn ihr keine Zwillinge wärt – wärt ihr dann Freunde?
MARTINUS: Ja, wahrscheinlich schon. Wir haben die gleichen Hobbys, wir mögen dieselben Sachen …

MARCUS: Wir haben die gleichen Lieblingsspiele.

MARTINUS: Alles, was ich mag, magst du auch.

MARCUS: Nein, alles, was ich mag, magst du auch. Ich bin zuerst geboren.

MARTINUS: Also ja, ich glaube schon, dass wir Freunde wären. Wir würden zusammen abhängen.

MARCUS: Aber ich wäre wahrscheinlich nicht so ehrlich zu ihm wie ich es jetzt bin, weil ich ihn nicht verletzen wollen würde. Als Brüder können wir sehr ehrlich zueinander sein. Bei unserer Zusammenarbeit weiß er, dass ich alles, was ich sage – egal ob nett oder gemein – nur gut meine, weil ich will, dass wir das Beste aus uns rausholen.

Verstehe ich. Ich nehme an, zumindest öffentlich werdet ihr oft als Duo gesehen. Und jetzt sagt ihr selbst, dass ihr euch auch ziemlich ähnlich seid. Nervt euch das manchmal?
MARCUS: Wenn wir einzeln unterwegs sind, zum Beispiel auf einer Party, dann sagen die Leute trotzdem „Ah, da sind Marcus & Martinus“ und ich sage dann: „Nein, nur Marcus.“ Sie sehen uns super oft als Einheit und nicht als zwei Personen. Manchmal wünsche ich mir schon, dass man uns da mehr unterscheidet.

MARTINUS: Mich stört das nicht wirklich.

MARCUS: Du sagst doch aber manchmal, dass es dich nervt.

MARTINUS: Ja, aber nicht so, dass ich denke „Ich hasse das“. Es ist nur schöner, wenn Leute meinen Namen kennen und nicht automatisch beide sagen. Es passiert halt wirklich oft und ich denke mir dann immer: „Nein, das bin nur ich, aber okay.“ Für mich ist das inzwischen aber normal und es ist auch eine Art Tarnung, wenn ich allein unterwegs bin, weil man uns einzeln oft gar nicht so schnell erkennt.

Wie unterscheidet ihr euch charakterlich?
MARCUS: Ich bin sehr perfektionistisch und übernehme oft ein bisschen mehr Verantwortung.

MARTINUS: Ich glaube, ich bin etwas entspannter als du und ich bin cooler.

Okay, das ist deine Perspektive.
MARCUS: Das Stimmt. Das ist seine Meinung, aber ist schon okay. Er ist cooler.

Ihr seid super früh ins Musikbusiness gestartet und seid damit aufgewachsen. Wie war es für euch, von der Kindheit durch die Pubertät bis ins Erwachsenen- leben zu gehen – und all das in der Öffentlichkeit?
MARCUS: Schwierig, kann man sagen. Vor allem in Skandinavien wurden wir lange Zeit als Teenie-Stars gesehen. Wir sind jetzt 23 und keine Teenager mehr, aber viele sehen uns immer noch als diese Kids von früher. Und du siehst ja, wie berühmte Leute wie Justin Bieber, Miley Cyrus oder Britney Spears total verrückte Sachen gemacht haben, um zu zeigen: „Hey, ich bin jetzt erwachsen.“ Wir wollen keine verrückten Aktionen machen, nur um zu beweisen, dass wir älter sind. 

Was habt ihr gemacht?
MARCUS: Wir wollen einfach wir selbst bleiben und das klappt für uns auch immer besser. Wie viele wissen, haben wir für Schweden am Eurovision Song Contest teilgenommen. Viele haben dann gefragt „Warum nicht für Norwegen? Ihr seid doch Norweger“, aber dort hätten wir die Musik, die wir jetzt machen, nicht machen können, weil die Leute gesagt hätten: „Macht lieber das, was ihr vorher gemacht habt.“ Also sind wir nach Schweden gegangen und haben dort die Musik gemacht, die wir machen wollten. Das lief super und dann fanden das die Leute in Norwegen auch richtig gut und verstehen jetzt besser, wohin wir wollen. Jetzt ist es einfacher, wieder zurückzukommen. Es fügt sich gerade alles, aber vom Teenie-Image loszukommen, dauert seine Zeit.

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Das Interview mit Marcus & Martinus ist Teil der Epaper Ausgabe #7.

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