»Wenn ich mir etwas als Ziel setze, dann will ich das erreichen.«
The Voice Kids Gewinner Neo im Interview über das aufregendste Jahr seines Lebens, was ihn jetzt beschäftigt und was er von sich selbst erwartet.
Interview & Fotos Florian Saeling
Interview & Fotos Florian Saeling
Dein Jahr 2025 war schon von außen betrachtet eine ganz verrückte und aufregende Zeit deines Lebens. Wenn du diesem Jahr eine Überschrift geben könntest, wie würdest du es beschreiben?
Spektakulär. Das wäre die ganz große, fettgedruckte Überschrift. Weil das war echt das krasseste Jahr meines Lebens. Allein schon von den Erfahrungen her und vor allem auch von der ganzen Reise, die ich hinter mir habe. Manchmal bin ich jetzt noch am Verarbeiten von Erlebnissen, die eigentlich schon ein halbes Jahr her sind, weil es so eine intensive Zeit war.
Was beschäftigt dich jetzt gerade?
Ein Stück weit beschäftigt mich, wie ich diese Möglichkeiten, die ich bekommen habe, nutzen möchte. Ich möchte dieses Sprungbrett nicht verschwenden, indem ich warte, bis ich achtzehn bin. Deswegen versuche ich gerade, meinen Bereich zu finden und frage mich jetzt schon:
Welcher Neo möchte ich in Zukunft sein?
Möchte ich der Neo sein, der Coversongs auf Social Media hochlädt? Möchte ich eigene Songs herausbringen, auf Bühnen singen oder Schauspieler werden? Da gibt es ganz viele Wege, die sich durch dieses eine Erlebnis für mich geöffnet haben.
Hast du das Gefühl, dass die Leute von dir erwarten, dass der nächste große Schritt kommen muss?
Ja, auf jeden Fall – und das erwarte ich von mir selber auch. Ich habe eine ganz große Erwartung an mich selbst und bin sehr ehrgeizig. Das kann ich von mir sagen. Wenn ich mir etwas als Ziel setze, dann will ich das erreichen. Ich habe einen Disney-Song aufgenommen – okay, was kommt als nächstes? Ich habe ein Fan-Screening gemacht – okay, was als nächstes? Ich bin in der Porsche Arena – okay, was als nächstes? Man versucht da schon, die Leute zu unterhalten, aber man darf sich selbst darin nicht verlieren. Followerzahlen sagen ja auch überhaupt nichts darüber aus, wer du bist.
Hast du eine Stimme im Kopf, die sagt: Musik und Social Media sollen dir Freude und keinen Druck machen?
Ja, und das war auch von Anfang an so, dass ich mir gesagt habe, ich möchte einfach Spaß am Singen haben. Weil du kannst noch so viele Angebote haben – wenn es dir keinen Spaß macht, kannst du es hinschmeißen. Aber ich liebe es, Coversongs aufzunehmen und bin auch total gerne im Mittelpunkt. Das war ich schon als kleines Kind. Ich mag das alles sehr gerne, aber ich will mich selbst natürlich auch ein bisschen schützen.
Wie machst du das? Also wie schützt du dich davor, dass du irgendwann den Spaß daran verlieren könntest?
Einfach, indem ich nicht alles preisgebe. Man muss nicht jedes Glück und jede gute Stimmung mit der Außenwelt teilen. Die Leute werden immer irgendwas an dir auszusetzen haben. Wenn du zweimal am Tag postest, ist es ihnen zu viel. Wenn du einmal in der Woche postest, ist es „nichts Halbes und nichts Ganzes“. Wenn du laut singst, sagen sie „Du schreist“. Wenn du leise singst, sagen sie „Du flüsterst“. Wenn du Whitney Houston singst, sagen sie „Du bist ein Mädchen“. Wenn du Justin Bieber singst, sagen sie „Du bist schwul“. Also, die haben ja immer irgendwas. Man muss auf sich selbst hören. Und ich weiß, wer ich bin und was ich liebe und deswegen lasse ich mich davon auch nicht beeinflussen, was die Leute sagen.
Ich kenne mich.
Ich bin Neo. Und das schütze ich einfach, indem
ich bei mir bleibe.
Gespräch anhören:
